Black Canyon Colorado River , Nevada

Samstag, 13.03.1999

In diesem Jahr sollte der Abenteuertrip nach Arizona gehen. Nachdem ich ein Jahr zuvor bereits in Nevada/Arizona Lake Powell und die Glen Canyon Gegend unsicher machte, sollte es ein Jahr später in den Black Canyon am Lake Mead gehen.

Dieses Jahr bestand unsere Truppe aus unserem bekannten Reise-Guru Mike, einem weiteren guide, fünf Jungs und mir. Um 8.45 Uhr fuhren wir in Bozeman los Richtung Cedar City/Utah. Wieder ging es durch Idaho und Utah (Salt Lake City etc.) Es war ein sonniger Tag, ich genoss wieder einmal die Landschaft aus dem Inneren des blauen Vans. Nach ungefähr 1.061 km übernachteten wir im „Comfort Inn“ in Cedar City, Utah. Dieser erste Reisetag war nicht wirklich ereignisreich.

 Sonntag, 14.03.1999

Um 8.20 Uhr ging´s los Richtung Boulder Beach am Lake Mead, Nevada. Ich hatte zuvor noch nie von Lake Mead gehört und war schon ziemlich aufgeregt, was mich erwarten würde. Auf der South15 fuhren wir wieder durch den Zion NP gefahren, rechter Hand lag der Dixie National Forest, den ich schon im letzten Jahr durchquerte. Weiter ging´s nach St. George, Utah, dann nach Littlefield/Arizona, bis nach Mesquite, Nevada. Überall waren Casinos, die Häuser waren im typisch mexikanischen Stil. Wir fuhren auch durch Las Vegas, aber auf dem Highway sieht man nichts. Zuerst steuerten wir den Boulder Beach Campground an. Dort war wie immer der erste Anlaufpunkt ein Drugstore, um eine – jetzt kommt´s – Frisbee Scheibe und Postkarten zu kaufen. Ich weiß nicht, warum die Jungs unbedingt eine Frisbee Scheibe zum Spielen brauchten….Jungs eben. Abendessen gab es im Burger King, beim Supermarkt „Albertson´s“ wurden noch letzte Lebensmittel und Getränke eingekauft. Den Abend haben wir auf dem Campingplatz verbracht.

Montag, 15.03.1999

Heute Morgen bin ich um 6.15 Uhr aufgewacht. Nach dem Frühstück haben wir die Zelte eingepackt und sind zum Bureau of Reclamation gefahren zwecks Genehmigungen, Anmeldung etc. Nun war es soweit: wir sind über den Hoover Dam gefahren. Wow, das war sehr beeindruckend. Direkt neben dem Damm geht eine kleine sehr kurvige Straße hinab zum Colorado Fluss. Ich dachte ich spinne, als ich merkte, dass wir diese runterfahren. Durch das viele bremsen hat es dermaßen gestunken, das mir schlecht wurde.

   

Unten endlich nach einer gefühlten Ewigkeit angekommen, haben wir alles in Schlauchboote gepackt und die Kajaks und Kanus vorbereitet. Nun ging es los, unser Abenteuer.* (Karte zum Vergrößern anklicken).

Colorado River

Zuerst fuhren wir zur Sauna Cove. Dort soll eine Höhle mit heißem Wasser sein. Wir haben es auch gefunden, sind aber von dort aus ein wenig entlang des Canyons gewandert.

Nach unserem Spaziergang im Canyon fuhren wir weiter zum Boyscout Canyon. Es war windig und das Wasser war etwas rau und aufgewühlt. Diese Stelle war nicht so gut geeignet zum Zelten. Daher beschlossen wir, weiter zum nächst möglichen Halt Arizona Hot Springs zu fahren. Dieser Platz war gut und wir haben die Zelte aufgeschlagen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Abend haben drei der Jungs und ich „Hearts“ gespielt. Es war wie im Film. Erst letztes Jahr musste ich mit anderen Studenten dieses Kartenspiel spielen. So schnell kann es gehen, und man ist wieder mitten drin….

* Karte gehörte zu Handzettel, bereitgestellt durch Organisator „ASMSU Outdoor Recreation Center“

Dienstag, 16.03.1999

Gegen 8 Uhr bin ich aufgewacht. Wir haben gefrühstückt und jeder konnte erst einmal ein wenig wandern gehen und den Canyon erkunden. Gegen 12.30 Uhr bin ich mit drei der Jungs auf eine weitere Wanderung entlang eines Canyons gegangen, der zum Highway führt (US-93-S). Dieser Weg nennt sich White Rock Canyon Trail. Es war eine sehr lange Wanderung und sehr anstrengend (siehe gelbe Linie). Das Wetter war toll, die Sonne schien. Doch weit und breit ist kein Baum in Sicht, daher knallt die Sonne unbarmherzig. Irgendwann, wie auch immer, trennten sich unsere Wege auf dem einen Weg und ich war allein mit mir, der Sonne, der Wüste und der Stille. Ein wenig unheimlich war das schon. Aber in der Ferne konnte ich den Highway sehen. Da ich jedoch den Rückweg zeitlich einrechnen musste, ging ich dann auch zurück. Der Highway war in Sicht, ich wußte, ich war weit gewandert.

 

 

 

 

 

 

 

Am Abend haben wir ein Feuer gemacht und „Smores“ gegessen. Der Ort heißt nicht umsonst Hot Springs, also gingen gegen 19 Uhr drei der Jungs und ich zu den heißen Quellen.Das Wasser war sehr heiß, ca. 39°C. Wir entspannten im warmen Wasser und gingen nach einer halben Stunde zurück. Das Wandern, die Luft, das Wasser macht müde und so gingen alle gegen 9 schlafen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mittwoch, 17.03.1999

Oh nein, schon gegen 6 aufgewacht, um 7 dann aufgestanden. Wie immer – Frühstück. Dann gegen 8.30 Uhr Aufbruch. Zunächst sind wir ca. 5-6 Meilen (8km) entlang des Colorado gepaddelt bis zum Willow Beach.

Dort haben wir alles in den Van geladen und sind mit dem Auto nach Pearce Ferry gefahren. Dies ist die Grenze des Lake Mead zum Grand Canyon in Arizona. Auf einem Hügel hatten wir einen tollen Überblick über die Bucht.

Nach dem Essen haben die Jungs Karten gespielt, ich bin ins Zelt gegangen.

Donnerstag, 18.03.1999

Nach dem Frühstück hat Mike vorgeschlagen, schon heute nach Las Vegas und dann weiter zum Zion Nationalpark zu fahren. Wir stimmten ab und die Entscheidung war einstimmig. Wir sind jedoch noch auf dem See ein Stück entlang gepaddelt, in den Grand Canyon hinein. Zuerst bin ich allein im Kajak unterwegs gewesen.

 

 

 

 

 

 

 

Alle waren zu schnell, ich kam nicht hinterher. Es war so heiß, dass ich nach 4 Meilen in ein Zweier-Kajak mit Matt gewechselt bin.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir sind zu einem kleinen Wasserfall gepaddelt und haben dort Lunch gegessen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann haben wir Steve verloren und mussten eine halbe Stunde warten. Zwischendurch ein kleines Kajakrennen, unser Boot kam zeitgleich mit Steve an. Wir haben unsere Sachen gepackt und sind Richtung Las Vegas gefahren. Das erste Hotel war nicht gut, also sind wir in das Circus Circus gefahren. Ryan, Gerrit, Matt und ich haben ein Zimmer geteilt. Um ca. 22 Uhr sind wir losgegangen, um etwas am Buffet zu essen. Danach sind wir den Strip entlanggelaufen. Es war einfach unglaublich, dass ich in Las Vegas war! Nun lief ich völlig ko von den Wanderungen durch die Nacht. Matt und ich sind irgendwann allein in unserem Tempo den Strip entlang gelaufen. Die anderen Jungs haben sich in den Casinos vergnügt. Wir wollten aber etwas Sightseeing machen und so haben wir den weißen Tiger gesehen. Nun ja, eher die Werbung für die Show. Die Wasserspiele des Bellagio´s waren faszinierend. Wir hielten uns eine Weile dort auf und schauten zu. Wir trafen die anderen Jungs, die noch in eine Bar wollten. Doch Matt und ich sind zurück zum Hotel gegangen. Wir waren hungrig und haben etwas im Fatburger gegessen bzw. einen Shake getrunken. Eigentlich wollten wir mit dem Bus fahren, aber ein Mann hat uns an der Bushaltestelle angemacht. Das war uns unheimlich, also sind wir zurück durch die Menschenmassen gelaufen. Um 3 Uhr am Morgen waren wir im Bett. Ich war völlig ko. Matt überließ mir das Bett (für mich allein) und schlief auf dem Fußboden (für sich allein)…

     

Freitag, 19.03.1999

Um 9.15 Uhr bin ich aufgestanden, ich habe mit Gerrit gefrühstückt. Alle anderen haben noch geschlafen und das Frühstück ausfallen lassen. Ich kaufte noch ein T-Shirt im Souvenirladen des Hotels. Um 11 Uhr haben wir uns am Auto getroffen. Wir sind zum Red Rock Canyon gefahren und dort auf eine kurze Wanderung gegangen.

 

 

 

 

 

 

 

Wieder fiel mir die Ruhe, die Stille auf. Nach der lauten Nacht, deren Stimmen noch in meinen Ohren sausten, war diese Stille fast störend. Die Gegend war wunderschön. Die roten Felsen waren beeindruckend! Die ausgewaschenen Steine formten Gestalten, die Wüste war so vielfältig. Wir sahen Piktogramme an den Felswänden. 

Wir fuhren weiter zum Zion Nationalpark. Ich bin zwar schon öfter daran vorbeigefahren, doch nun wollten wir dort „Angel´s Landing“ besteigen = Des Engels´Landung. Klingt ja spannend.

Als wir mit dem Van auf dem Parkplatz ankamen und Mike sagte: „Dort oben siehst du die Spitze. Das ist unser Ziel heute. Auf geht´s.“ war mir ein wenig schlecht. Vor mir ragte steil und in den endlosen blauen Himmel ein riesiger Berg auf. Die Menschen dort oben konnte man erahnen, sie hatten die Größe von Ameisen. Aber es gab nichts zu meckern, wir wanderten einfach los. Nach Stunden war ich endlich am Ziel! Der letzte Teilabschnitt war alles andere als spassig. Während der Grossteil des „Weges“ in ständigen Schlängelkurven verlief und sehr schmal war, dann wieder Treppen ähnelte, war der letzte Teil nur über eine Kette zu bewältigen. Gegenverkehr sollte hier vermieden werden. Nur mit großer Vorsicht kletterte ich langsam bis zur obersten Spitze. Der Blick war einfach überwältigend.

Noch am selben Tag fuhren wir zurück nach Bozeman. Jeder von uns war total erschöpft, der Van war sehr ruhig während der Fahrt. Dennoch bereue ich nichts! Ich bin so glücklich, dass mir diese Chance gegeben wurde, diesen wundervollen Fleck auf der Erde sehen zu können!

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